Energiesparpotenzial im "Altbau"
Geringer Energieverbrauch – bei Neubauten ist das inzwischen ein wichtiges Planungskriterium. Zwei Drittel der im Jahr 2030 bewohnten Häuser sind jedoch schon heute gebaut, lediglich ein Prozent Neubauten kommen jährlich hinzu. Noch heute werden jährlich durchschnittlich 20 Liter Öl pro Quadratmeter Wohnfläche verbrannt. Selbst die meisten der vor 1984 errichteten Gebäude kann man unter energetischen Gesichtspunkten mit Fug und Recht als Altbauten bezeichnen. In ihnen, im Gebäudebestand, steckt das mit Abstand größte wirtschaftlich nutzbare Energiesparpotenzial in unserem Land. Durch Sanierungsmaßnahmen können Altbauten einen ähnlichen Energieverbrauch erreichen, wie ihn die EnEV bei Neubauten fordert. Wärmedämmung der Gebäudehülle, Heizungsmodernisierung, Wärmerückgewinnung und Solarenergienutzung mittels Wärmepumpe oder Kollektoren – mit Energie sparenden Techniken an und im Altbau lassen sich bis zu zwei Drittel des Heizenergieverbrauchs einsparen.
Gut geplant spart Geld und Energie!
Wohnhäuser haben eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr – Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten sind also vorprogrammiert! Am effektivsten ist es, Investitionen in Energieeinsparung mit anstehenden Renovierungsarbeiten zu kombinieren – das spart Energie, Zeit und Kosten! Entscheidend ist daher eine vorausschauende Planung. Selbst bei kleineren Renovierungsarbeiten empfiehlt sich eine gründliche Analyse des baulichen und energetischen Zustands ihres Hauses.
Self-made oder Fachmann?
Die individuell bestmöglichen Energiesparmaßnahmen hinsichtlich Kosten-Nutzen-Verhältnis herauszufinden, ist oft nicht einfach, eine gute Beratung daher in jedem Fall ratsam. Auch in der „Praxis“ ist es schlauer, sich und sein handwerkliches Know-how nicht zu überschätzen. Manches kann man selbst machen – wenn man denn auf die Details achtet! Wer im Zuge des Fenstereinbaus bei der Abdichtung und Dämmung der Fugen schludert oder oberflächlich mit der Ausführung der Bauteilanschlüsse umgeht, zahlt am Ende drauf. Vorarbeiten wie beispielsweise den Putz von der Außenwand abschlagen können Sie selbst ausführen. Das Verputzen hingegen erfordert sehr viel handwerkliches Geschick, um ein auch optisch einwandfreies Ergebnis zu erzielen. Sensible und in ihrer Handhabung komplexe Geräte wie Heizungskessel und Lüftungsanlage sollten Sie in jedem Fall von einem Fachmann planen und installieren lassen. Gleiches gilt für die Inbetriebnahme und Abnahme. Die fachmännische Planung und Auswahl der für Ihr Vorhaben geeigneten Materialien und Geräte gewährleisten eine solide Arbeit von A bis Z, an deren Ende ein "nachhaltiges" Ergebnis steht. Damit Sie möglichst lange ungetrübte Freude an den neuen Geräten haben, sollten Sie regelmäßig durch eine Fachfirma gewartet werden.
Weniger Energie – mehr Wohnkomfort!
Trotz offensichtlicher Wirtschaftlichkeit werden zahlreiche Einsparmaßnahmen versäumt, selbst wenn ohnehin Sanierungen anstehen. Informationsdefizite und Motivationsmängel tragen zu diesem Dilemma bei: Energiesparen ist nicht „trendy“, nicht „hipp“ und wird – fälschlicherweise! – immer noch mit vermindertem Wohnkomfort in Einklang gebracht. Über die Sanierung und Modernisierung freut sich jedoch nicht nur ihr Sparkonto, weil sie künftig weniger für ihre „Ölrechnung“ zahlen, sondern steigt ihr Wohnkomfort, gewinnt ihr Haus an Wert und Attraktivität. Denn „weht“ eine kühle Luft am Fenster oder zieht es gar bei geöffneter Zimmertür, leidet die Wohnqualität – die kühlen Bereiche in der Wohnung bestimmen, wo Tisch, Stuhl oder Lesesessel ihren Platz bekommen. Haben die Umschließungsflächen – infolge verbesserten baulichen Wärmeschutzes – eine der Raumlufttemperatur entsprechend gleichmäßig hohe Temperatur (s. Abb. unten), fühlen wir uns im Winter wie im Sommer behaglich und wohl – was nicht zuletzt der Gesundheit gut tut!