Altbauten effizient sanieren

>> Energie & Kosten sparen – Wohnwert gewinnen <<



Niedrigenergiehaus, Passivhaus, Null-Energiehaus – schenkt man den Lieblingsvokabeln von Architekten und Bauherren Glauben, ist die Energiewende in vollem Gange. Die Realität – und die zugehörigen Zahlen – sprechen eine andere Sprache: Vier von fünf Häusern in Deutschland sind älter als 20 Jahre, nur wenige Prozent der seit Anfang der 90er Jahre errichteten Häuser sind Niedrigenergiehäuser, dem Passivhausstandard – optimale Dämmung statt Heizung – entsprechen nur 3000 von 36,5 Millionen Wohneinheiten. Die Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzprogramm vom Oktober 2000 den privaten Haushalten eine Verringerung von 10-16 Tonnen CO2 durch eine Effizienzsteigerung in der Wärmenutzung bis zum Jahr 2005 vorgegeben. Die Wohnungswirtschaft ist daher in der Pflicht, vor allem durch die Modernisierung des Bestands die Weichen in Richtung einer effizienteren Wärmenutzung und so für mehr Klimaschutz zu stellen.

Aus der Traum!
Früher wurde nicht Energie sparend gebaut – Kohle, Öl und Erdgas standen scheinbar unbegrenzt und billig zur Verfügung, der Energieverbrauch eines Gebäudes und damit die Etablierung technischer Maßnahmen zur Energieeinsparung waren kein Thema. Der enorme Anstieg der Energiepreise Anfang der 70er Jahre riss Häuslebauer, Architekten aus ihrem Traum nie versiegen wollender Energieressourcen. Gesetzliche Regelungen wie die Wärmeschutz-Verordnung und die heutige Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) setzten alsbald Obergrenzen für Energieverbrauch und –verlust in Neu- und Altbau fest, moderne Entwicklungen in Forschung und Technik führten und führen zu einer schrittweisen Erhöhung der Anforderungen.

 


Mit welchen Maßnahmen kann ich wie viel Energie sparen? (Quelle: dena)

 

Energiesparpotenzial im "Altbau"
Geringer Energieverbrauch – bei Neubauten ist das inzwischen ein wichtiges Planungskriterium. Zwei Drittel der im Jahr 2030 bewohnten Häuser sind jedoch schon heute gebaut, lediglich ein Prozent Neubauten kommen jährlich hinzu. Noch heute werden jährlich durchschnittlich 20 Liter Öl pro Quadratmeter Wohnfläche verbrannt. Selbst die meisten der vor 1984 errichteten Gebäude kann man unter energetischen Gesichtspunkten mit Fug und Recht als Altbauten bezeichnen. In ihnen, im Gebäudebestand, steckt das mit Abstand größte wirtschaftlich nutzbare Energiesparpotenzial in unserem Land. Durch Sanierungsmaßnahmen können Altbauten einen ähnlichen Energieverbrauch erreichen, wie ihn die EnEV bei Neubauten fordert. Wärmedämmung der Gebäudehülle, Heizungsmodernisierung, Wärmerückgewinnung und Solarenergienutzung mittels Wärmepumpe oder Kollektoren – mit Energie sparenden Techniken an und im Altbau lassen sich bis zu zwei Drittel des Heizenergieverbrauchs einsparen.

Gut geplant spart Geld und Energie!
Wohnhäuser haben eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr – Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten sind also vorprogrammiert! Am effektivsten ist es, Investitionen in Energieeinsparung mit anstehenden Renovierungsarbeiten zu kombinieren – das spart Energie, Zeit und Kosten! Entscheidend ist daher eine vorausschauende Planung. Selbst bei kleineren Renovierungsarbeiten empfiehlt sich eine gründliche Analyse des baulichen und energetischen Zustands ihres Hauses.

Self-made oder Fachmann?
Die individuell bestmöglichen Energiesparmaßnahmen hinsichtlich Kosten-Nutzen-Verhältnis herauszufinden, ist oft nicht einfach, eine gute Beratung daher in jedem Fall ratsam. Auch in der „Praxis“ ist es schlauer, sich und sein handwerkliches Know-how nicht zu überschätzen. Manches kann man selbst machen – wenn man denn auf die Details achtet! Wer im Zuge des Fenstereinbaus bei der Abdichtung und Dämmung der Fugen schludert oder oberflächlich mit der Ausführung der Bauteilanschlüsse umgeht, zahlt am Ende drauf. Vorarbeiten wie beispielsweise den Putz von der Außenwand abschlagen können Sie selbst ausführen. Das Verputzen hingegen erfordert sehr viel handwerkliches Geschick, um ein auch optisch einwandfreies Ergebnis zu erzielen. Sensible und in ihrer Handhabung komplexe Geräte wie Heizungskessel und Lüftungsanlage sollten Sie in jedem Fall von einem Fachmann planen und installieren lassen. Gleiches gilt für die Inbetriebnahme und Abnahme. Die fachmännische Planung und Auswahl der für Ihr Vorhaben geeigneten Materialien und Geräte gewährleisten eine solide Arbeit von A bis Z, an deren Ende ein "nachhaltiges" Ergebnis steht. Damit Sie möglichst lange ungetrübte Freude an den neuen Geräten haben, sollten Sie regelmäßig durch eine Fachfirma gewartet werden.

Weniger Energie – mehr Wohnkomfort!
Trotz offensichtlicher Wirtschaftlichkeit werden zahlreiche Einsparmaßnahmen versäumt, selbst wenn ohnehin Sanierungen anstehen. Informationsdefizite und Motivationsmängel tragen zu diesem Dilemma bei: Energiesparen ist nicht „trendy“, nicht „hipp“ und wird – fälschlicherweise! – immer noch mit vermindertem Wohnkomfort in Einklang gebracht. Über die Sanierung und Modernisierung freut sich jedoch nicht nur ihr Sparkonto, weil sie künftig weniger für ihre „Ölrechnung“ zahlen, sondern steigt ihr Wohnkomfort, gewinnt ihr Haus an Wert und Attraktivität. Denn „weht“ eine kühle Luft am Fenster oder zieht es gar bei geöffneter Zimmertür, leidet die Wohnqualität – die kühlen Bereiche in der Wohnung bestimmen, wo Tisch, Stuhl oder Lesesessel ihren Platz bekommen. Haben die Umschließungsflächen – infolge verbesserten baulichen Wärmeschutzes – eine der Raumlufttemperatur entsprechend gleichmäßig hohe Temperatur (s. Abb. unten), fühlen wir uns im Winter wie im Sommer behaglich und wohl – was nicht zuletzt der Gesundheit gut tut!

 


Oberflächentemperatur und Raumtemperatur bei schlechter Dämmung

 


Hohe Behaglichkeit und ausgeglichene Temperaturen bei guter Wärmedämmung

 

Um nicht zu frieren, ist es nicht nötig, die Räume bis ins Muffige aufzuheizen. Bei gut gedämmten Gebäuden (s. Abb. oben) liegt die Raumlufttemperatur, bei der sich ein Gefühl der Behaglichkeit einstellt, niedriger als bei Gebäuden mit kalten Innenoberflächen der Außenbauteile.

Keine Angst vor hohen Kosten!
Einfache und individuelle Lösungen lassen sich auch für den schmalen Geldbeutel finden. Zudem werden die meisten energiesparenden Maßnahmen – und ebenso die Energieberatung! – durch attraktive staatliche Förderprogramme unterstützt. Informationen dazu und die für Ihr Haus und Ihre Ziele passenden Programme finden Sie hier !

Quelle:

 
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